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Aus Postimmobilie soll Sparkassenhaus werden

Bekanntermaßen hat die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde im Jahr 2015 die Postimmobilie in Rotenburg mit dem Ziel erworben, diese zu entwickeln. Mittlerweile hat das Vorhaben konkrete Züge angenommen, wenngleich längst noch nicht alle Verträge geschlossen sind. "Auch ein Scheitern ist zum jetzigen Zeitpunkt – wenn auch unwahrscheinlich – nicht ausgeschlossen", so Stefan Kalt, Vorstandsmitglied der Sparkasse
Rotenburg-Bremervörde, "Dies liegt an der hohen Komplexität der Gesamtthematik, in die auch das Gebäude der Sparkasse am Pferdemarkt bzw. dessen Nachnutzung eingebunden ist", fährt Kalt fort.

Ziel ist es, das Sparkassenhaus so zu entwickeln, dass an zentralster Stelle in der Rotenburger Innenstadt ein Mix aus Geschäften, Büros und Wohnungen entsteht. Fest steht bisher, dass die meisten künftigen Mieter bereits heute direkt im oder in der Nähe des künftigen Sparkassenhauses Flächen nutzen. Sie möchten künftig, auf ihren zukünftigen Bedarf angepasst, in größeren und moderneren Geschäften ihre Waren und/oder Dienstleistungen anbieten. Dabei sollen auch alle am Standort bisher vertretenen Anbieter – einschließlich Postbank und Postschalter – wieder mit von der Partie sein. Für eine zusätzliche deutlich größere Fläche (450 qm) besteht eine mündliche Vereinbarung mit einem bereits heute in Rotenburg etablierten Einzelhändler zwecks Anmietung. Für eine weitere kleinere Ladenfläche von ca. 100 qm besteht zwar eine Nutzungsidee, da hier aber konkret noch nichts entschieden ist, ist die Sparkasse für weitere Interessenten offen.

Zusätzlich wäre es wünschenswert, im Sparkassenhaus durch deutliche Ausweitung der bisher von der Polizei genutzten Fläche einen zweiten größeren Polizeistandort in Rotenburg entstehen zu lassen. Dabei würde dieser nicht in Konkurrenz zur Königsberger Str. stehen, da in die neuen, deutlich größeren Räumlichkeiten in der Hauptsache verschiedene Kommissariate einziehen könnten. Im Staffelgeschoss werden 8 bis 9 Wohnungen unterschiedlicher Größe entstehen. Die Sparkasse beabsichtigt diese hochattraktiven Wohnungen über den Dächern von Rotenburg im Eigentum zu behalten und in die Vermietung zu geben. Zudem überlegt sie auf dem Areal ein Hotelgebäude mit 35 bis 40 Zimmern, also rund 75 Betten zu errichten. Da die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde natürlich keinen Hotelbetrieb führen kann, werden aktuell Verhandlungen mit örtlichen Hoteliers über die Anmietung und den Betrieb eines Hotels für den in Rotenburg nicht in Gänze gedeckten Bedarf in der Kategorie 3 Sterne-Plus geführt.

"Auch wir werden an diesem TOP-Standort in der Rotenburger Innenstadt für unsere Privat- und Firmenkunden mit einem großen, modernen Beratungscenter präsent sein, an dem unsere Berater Arbeitsplätze auf dem heutigen Stand der Erkenntnisse für eine optimale Kundenberatung vorfinden", erörtert Vorstandsmitglied Stefan Kalt.

Ergänzend wird mit allen Anrainern – stellvertretend seien die Stadt Rotenburg, die Rotenburger Kreiszeitung und REWE genannt – darüber gesprochen werden, wie eine zentrale Parkplatzlösung für das Areal aussehen könnte. Ziel dabei ist es, die Erreichbarkeit der Innenstadt zu verbessern und den Druck auf viele kleinere Parkplätze im Zentrum – und damit die unschönen Suchverkehre – zu reduzieren.

Die Entwicklung verläuft insgesamt positiv, gestaltet sich allerdings hochkomplex. Dies liegt zum einen daran, dass für den Betrieb des Paket-/Briefzentrums der DHL/Post ein stadtkernnaher Alternativstandort ermöglicht werden muss. Über diese Aussiedlungsflächen gibt es bereits Gespräche, der Abschluss ist jedoch noch offen. Zum anderen soll an dem bisherigen Standort kein jahrelanger Flächenleerstand entstehen. Daher werden interimistische Lösungen für die Umbauphase benötigt.

Als diese Flächen bieten sich Teile des Gebäudes der Sparkasse am Pferdemarkt an. Dort werden ab Anfang des 2. Quartals 2017 durch die Verlagerung der internen Abteilungen nach Zeven die durch diese genutzten Flächen frei. Diese sollen der Polizei als vorübergehendes Ausweichquartier dienen. Weitere Flächen stehen grundsätzlich in dem zum Jahresende geschlossenen Kiosk von "Rosi Harms" vorübergehend zur Verfügung.

"Das Ziel der Sparkasse ist es, im ersten Quartal 2018 mit den Umbaumaßnahmen zu beginnen und diese nach ca. 2-jähriger Bauzeit abzuschließen. Vielleicht kann ja für das Weihnachtsgeschäft 2019 dieser neue Standort zur Innenstadtaufwertung bereits beitragen", führt Stefan Kalt aus.

Das Gebäude am Pferdemarkt will die Sparkasse dabei auf keinen Fall ohne konkrete Nachnutzung belassen. Es werden bereits Gespräche mit Interessenten geführt, hier Angebote für Senioren und/oder pflegebedürftige Personen zum altersgerechten Wohnen zu entwickeln. Diese Idee hat gute Erfolgsaussichten und wird derzeit weiterverfolgt. Für diesen Zweck würde die Sparkasse ggf. auch bereit sein das Gebäude zu einem marktgerechten Preis zu veräußern. Um laufende Verhandlungen nicht zu gefährden, will auch hier die Sparkasse keine Namen nennen.

"Mein Vorstandskollege Reinhard Krüger und ich haben mit dem Verwaltungsrat weiterhin vollstes Einvernehmen darüber, dass wir das Sparkassenhaus entwickeln wollen – auch wenn es etwas mehr Zeit als ursprünglich gedacht in Anspruch nimmt" führt Kalt abschließend aus.

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