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Anpassungen des Geschäftsstellennetzes

Die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde richtet ihr Geschäftsstellennetz neu aus und bleibt mit insgesamt 23 Standorten auch künftig in der Fläche präsent. An mehreren Standorten entstehen neue Möglichkeiten zur Bargeldversorgung. Die Sparkasse stellt damit weiterhin eine
flächendeckende Versorgung mit Finanzdienstleistungen sicher und baut ihr Filialnetz sogar noch aus. Künftig werden Kompetenzen an größeren Standorten gebündelt und die Beratungszeiten ausgeweitet. Das heißt, die Sparkasse stärkt das Leistungsspektrum bestehender Filialen durch Investitionen in Räume, Technik und Personal, wandelt hierfür aber
zugleich kleinere Einheiten in SB-Geschäftsstellen um und trennt sich von einer Geschäftsstelle komplett. Kurz gesagt: Mehr Kompetenz in den Filialen, aber weniger personenbesetzte Standorte. Darüber hinaus wird der weitere Ausbau der medialen Vertriebs-, Informations- und Servicekanäle forciert.

In den letzten Monaten hat sich die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde intensiv mit der Sicherung ihrer Zukunftsfähigkeit beschäftigt. Digitalisierung, demografischer Wandel, die zunehmende Regulierung sowie die anhaltende Niedrigzinsphase machen es notwendig, das Vertriebsnetz im Privatkundengeschäft auf den Prüfstand zu stellen und auf die Anforderungen der Zukunft einzustellen.

"Wie die gesamte Finanzbranche sieht sich auch die Sparkasse einem deutlichen Wandel im Kundenverhalten gegenüber. Durch die immer stärkere Nutzung digitaler Kommunikationswege hat sich auch die Nachfrage nach den "traditionellen Bankdienstleistungen" in den letzten Jahren deutlich verändert" führt Reinhard Krüger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde, aus. "Die klassische Nutzung der Filiale zur Bargeldversorgung und Abwicklung des Zahlungsverkehrs nimmt immer mehr ab. Einfache Beratungsleistungen werden häufig über das Internet abgerufen; umfangreichere Anfragen münden in Terminen mit Spezialisten aus den Bereichen Finanzierung, Wertpapier oder Versicherungen. Die Erwartungshaltung der Kunden an den Wissensstand der Mitarbeiter ist hoch; hinzukommen erhebliche Anforderungen des Gesetzgebers an die Aus- und Weiterbildung der Berater" fährt er fort.

"Herzstück der Sparkasse ist und bleibt die Filiale. Wir wollen und müssen aber auf die veränderten Wünsche unserer Kunden eingehen und in den Filialen anbieten, was nachgefragt wird: ModerneInformations- und Selbstbedienungstechnik, intensive Beratung durch Spezialisten, Unterstützung durch Servicekräfte und flexible Beratungszeiten" ergänzt Vorstandsmitglied Stefan Kalt.

Aus diesen Erkenntnissen heraus, werden ab Anfang 2017 die persönlichen Service und Kassenzeiten in den Geschäftsstellen (= Schalteröffnungszeiten) reduziert. Denn die Kunden besuchen immer seltener die klassische Filiale.

Der Vorstandsvorsitzende Reinhard Krüger zeigte sich überzeugt, dass die neue Vertriebsstruktur im Privatkundengeschäft der richtige Schritt ist. In Verbindung mit dem Kompetenzaufbau in den größeren Filialen und dem Ausbau der medialen Vertriebs-, Informations- und Servicekanäle könne die Sparkasse so auch weiterhin ihrem öffentlichen Auftrag gerecht werden. Und nicht zuletzt kann die Sparkasse aufgrund der höheren Anzahl an Beratern vor Ort auch ihre Beratungszeit deutlich ausweiten. So bietet sie Beratungen künftig montags bis donnerstags von 8:00 bis 20:00 Uhr und am Freitag von 8:00 bis 16:00 Uhr an. Nach wie vor sei die Aufgabe der Sparkasse, die kreditwirtschaftliche Versorgung der Menschen sowie insbesondere der kleinen und mittleren Unternehmen mit qualitativ hochwertigen und bezahlbaren Finanzdienstleistungen sicherzustellen. Dies sei dauerhaft aber nur auf einem soliden wirtschaftlichen Fundament möglich. Die jetzt getroffenen Entscheidungen sollen dazu beitragen, dieses Fundament zu erhalten und abzusichern. „Bei aller gemeinnützigen Ausrichtung stehen wir auch im harten Wettbewerb der Finanzbranche. Es muss daher insbesondere unser Bestreben sein, notwendige finanzielle Mittel zur Aufrechterhaltung unseres Geschäftsbetriebes zu erwirtschaften und Rücklagen zu dessen Absicherung zu bilden“, führt Vorstandsmitglied Stefan Kalt aus und fährt fort: "Eine laufende Überprüfung der Ausrichtung des Hauses, insbesondere des kostenintensiven Geschäftsstellennetzes ist unausweichlich, wenn wir diesen Aufgaben auch in der Zukunft gerecht werden wollen. Die Entscheidung, Geschäftsstellen in SB-Standorte umzuwandeln bzw. an einer Stelle zu schließen und mit einem anderen Standort zu verschmelzen, ist uns nicht leicht gefallen, war aber mit Blick auf das geänderte Kundenverhalten und die erforderliche Stärkung anderer Standorte betriebswirtschaftlich eine unumgängliche, wenn auch schmerzliche, Lösung". Auch in der Zukunft werde die Sparkasse daher immer wieder prüfen müssen, ob eine Anpassung des Filialnetzes betriebswirtschaftlich notwendig erscheint.

 

Rahmenbedingungen und Vorgehensmodell

Innerhalb des Projektes wurden in einem mehrstufigen Vorgehen zunächst wesentliche Vergleichsparameter für alle Standorte im Rahmen einer Basisanalyse untersucht. Betrachtet wurden Mengengerüste, Nutzungsintensitäten, Wachstumspotenziale und Entfernungsdaten. Im Rahmen der anschließenden Detailanalyse wurde jeder Standort noch einmal unter Berücksichtigung weitere Kriterien (Objektart, Flächenverbrauch und Kosten, Objektzustand inklusive Jahr der letzten Sanierung, Bewertung von Erreichbarkeit und Lage und Wettbewerbssituation)auf den Prüfstand gestellt.

Aus den so abgesicherten Ergebnissen entstand dann im Rahmen der Projektarbeit ein Vorschlag zur künftigen Struktur im stationären Vertrieb. Diesen Vorschlag des Vorstands hat der Verwaltungsrat in seiner Sitzung am 15. September 2016 mit deutlicher Mehrheit beschlossen.

 

Das künftige Geschäftsstellennetz der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde

Wo wirtschaftlich sinnvoll und aufgrund der räumlichen Situation möglich, wird die Sparkasse an den bisherigen Standorten Selbstbedienungstechnik beibehalten oder an anderen Standorten im Ort bzw. der Gemeinde neu errichten. Die Geschäftsstelle Ahausen wird geschlossen und mit einem größeren Standort verschmolzen. Die Geschäftsstellen Basdahl, Hesedorf, Heeslingen und Kirchwalsede werden in unbemannte SB-Geschäftsstellen umgewandelt. Dies soll bereits Ende des Jahres 2016 abgeschlossen sein. "Alle betroffenen Kunden sind bereits mit einem persönlichen Anschreiben informiert worden", so Krüger.

Auch künftig ist es der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde wichtig, dass der bisherige Kundenberater weiterhin Berater und erster Ansprechpartner für den Kunden bleibt. Wo möglich, wechselt daher der Kundenberater mit in die nächstgelegene Geschäftsstelle. Für Basdahl ist das die neue Geschäftsstelle in Gnarrenburg, für Hesedorf die Geschäftsstelle in Bremervörde, die Kunden aus Heeslingen werden künftig in Zeven betreut, Kunden aus Ahausen, bei denen die Beratung größtenteils ohnehin bereits in Sottrum stattfindet, werden künftig vollständig dort betreut und die Kunden aus Kirchwalsede werden nach Rotenburg übergeleitet. "So der Kunde die Betreuung in einer anderen Geschäftsstelle wünscht, ist dieses selbstverständlich möglich und jederzeit umsetzbar" betont der Vorstand der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde.

Am Standort Rotenburg hängen die geplanten Veränderungen eng zusammen mit einem möglichen Umzug der Hauptgeschäftsstelle am Pferdemarkt. Bekanntermaßen hat die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde im Jahr 2015 die Postimmobilie in Rotenburg mit dem Ziel erworben, diese zu entwickeln. "Die Entwicklung verläuft positiv. Die Gespräche mit potentiellen Interessenten befinden sich allerdings in einem vorvertraglichen Gesamtstand. Aus diesem Grund und um den guten Verlauf nicht zu gefährden, können zum jetzigen Stand keine detaillierteren Informationen von unserer Seite veröffentlicht werden. Die von uns angestrebte Lösung wird nach unserer Ansicht die Stadtentwicklung der Stadt Rotenburg positiv beeinflussen", so Stefan Kalt, Vorstandsmitglied der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde.

Zudem laufen derzeit die Verhandlungen über einen neuen Geldautomaten in Bremervörde und auch die neue Zentrale in Zeven wird für die Kunden mit einem zusätzlichen Geldautomaten ausgestattet werden. Eine Übersicht mit künftiger SB-Technik / GAA-Standorten hält die Sparkasse im Weiteren im Internet und in den Filialen für ihre Kunden bereit.

 

Alternative Angebote für besondere Personengruppen

Die Schließung der Geschäftsstelle Ahausen wird insbesondere ältere Kundinnen und Kunden und Menschen mit Handicaps treffen, die oftmals nicht oder nicht mehr ohne Einschränkung mobil sind. Dieser Verantwortung gegenüber ihren oft langjährigen Kunden stellt sich die Sparkasse mit besonderen Angeboten. "Wir gehen davon aus, dass viele unserer älteren Kunden in Ahausen unser vielfältiges Angebot zur Bargeldversorgung an unseren Geldautomaten in ihre regelmäßigen "Versorgungswege" integrieren können. Wo das nicht möglich oder gewünscht ist, stellen wir diesen Kunden auf Wunsch einen "Bargeld-Bring-Service" zur Verfügung. Darüber hinaus beraten unsere Mitarbeiter ihre Kunden aber auch vor Ort beim Kunden zu Hause" führt Reinhard Krüger aus.

 

Zukunftsinvestitionen in das Geschäftsstellennetz

Die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde investiert massiv in den Ausbau und die Erneuerung ihrer Standorte. So wird die Geschäftsstelle in Zeven in 2017 komplett umgebaut, Umbaumaßnahmen in der Geschäftsstelle Bremervörde sind ebenfalls kurzfristig geplant. Die Gnarrenburger Filiale wich vollständig einem neuen, modernen Gebäude und wurde im Dezember 2015 neu eröffnet. Und auch in Rotenburg werden Investitionen in die Geschäftsstellen durchgeführt werden. "Insgesamt investieren wir hier einen deutlich zweistelligen Millionenbetrag in die Infrastruktur unserer Geschäftsstellen. Bei der Auftragsvergabe berücksichtigen wir weitestgehend Unternehmen aus der heimischen Region" so Stefan Kalt. Insbesondere gehe es darum, den Kunden zeitgemäße Räumlichkeiten in angenehmer Atmosphäre zu bieten, was sowohl die klimatischen Verhältnisse aber auch die Akustik einschließt. Zudem werde die Diskretion durch die Schaffung zusätzlicher Beratungsräume weiter erhöht und die Parkmöglichkeiten für die Kunden optimiert.

Auch der Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes steht im klaren Kontext zu den obigen Maßnahmen. Im neuen Gebäude werden ausschließlich interne Einheiten zusammengefasst, um Abläufe und Prozesse mit dem Ziel zu optimieren, den Personal- und Sachaufwand zu reduzieren. Seit der Fusion vor über 15 Jahren sind viele Abteilungen über mehrere Standorte verteilt. Das bisherige Gebäude war lediglich angemietet und hätte umfangreiche Investitionen in energetische Maßnahmen und technische Ausstattung erfordert. Auch hiernach wäre der Standort zu klein gewesen, um alle Mitarbeiter aufzunehmen. Der Neubau der Zentrale war die wirtschaftlich logische Konsequenz und unterstreicht die zukunftsorientierte Ausrichtung der Sparkasse.

 

Keine Auswirkungen auf das Förderengagement

Die Sparkasse ist weiterhin fest in der Region verankert. Die Bereitstellung von Spenden und Fördermitteln, die der sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Nachhaltigkeit vor Ort dienen, werden auch zukünftig ein wichtiger Bestandteil des Engagements der Sparkasse sein. Die Sponsoringaktivitäten der Sparkasse erstrecken sich über das gesamte Geschäftsgebiet und sind nicht an lokale Geschäftsstellen geknüpft. Durch die Anpassung des Filialnetzes an die sich verändernden Anforderungen wird die Wirtschaftlichkeit der Sparkassen nachhaltig gesichert. Nur eine auskömmlich wirtschaftende, wettbewerbsfähige Sparkasse kann dauerhaft ihre Aufgaben erfüllen und ihr vielfältiges Förderengagement auch zukünftig weiterführen.

 

Mitarbeiter stehen hinter der Maßnahme

Die dargestellten Maßnahmen werden von den Mitarbeitern der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde ausdrücklich begrüßt. Mit der Umsetzung erfolgt ein Baustein zur Sicherung ihrer Arbeitsplätze im Landkreis Rotenburg (Wümme). Darüber hinaus erhöht sich aufgrund der größeren Filialen bei der als familienfreundliches Unternehmen zertifizierten Sparkasse die zeitliche Flexibilität der Mitarbeiter, wodurch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie besser gelebt werden kann.

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